Islamfeindlichkeit über alle politischen Lager hinweg

Eine Klarstellung

Vom 19. bis 21. September 2008 will die rechtspopulistische Vereinigung Pro Köln einen europaweiten „Anti-Islam-Kongress“ abhalten. Dazu sind Vertreter ebensolcher Parteien aus ganz Europa eingeladen. Auf ihrer Webseite werben sie mit Vertretern der FPÖ (Österreich), des Vlaams Belang (Belgien) und auch mit dem Front National (Frankreich). Darüber hinaus sind Abtrünnige aus dem rechtskonservativen Milieu der CDU und der FDP angekündigt. Pro Köln selbst sitzt seit 2004 im Kölner Stadtrat. Mit dem Bedienen von Ressentiments und antiislamischer Propaganda ist es Pro Köln gelungen, 4,7% der Stimmen zu gewinnen. Im Rahmen der Kampagne gegen den Kölner Moscheebau selbst gelang es Pro Köln, Teile der CDU im Stadtteil Ehrenfeld zu gewinnen (1). Nun strebt diese Gruppierung danach, sich mit der Gründung von Pro NRW im vergangenen Jahr im ganzen Bundesland auszubreiten. Über Anwohnerproteste und Bürgerinitiativen versucht sie, vor allem in jenen Städten Gruppen und Organisationen aufzubauen, wo ähnliche Moscheebauprojekte angedacht sind (2).

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Islamofaschismus

von Mohssen Massarat

Israels Regierung und die US-Neokonservativen um George W. Bush und Dick Cheney trommeln noch einmal für einen Militärschlag gegen den Iran. Anfang Juni drohten Schaul Mofas und Banjamin Ben-Elieser, beide amtierende Minister der israelischen Regierung, dem Iran mit Krieg: »Die Sanktionen sind unwirksam. Es wird unvermeidlich sein, den Iran anzugreifen, um seine Atompläne zu stoppen.« Fast gleichzeitig forderte Ehud Olmert in Washington in Anwesenheit von George W. Bush und den beiden US-Präsidentschaftskandidaten dazu auf, die »iranische Bedrohung« zu stoppen, »mit allen möglichen Mitteln«. Das Forum dazu organisierte die zionistische Lobbygruppe American Israel Public Affairs Committee (AIPAC). Tatsächlich erreichten auch die Kriegsvorbereitungen eine neue Stufe. Unter der Überschrift »Preparing the Battlefield« (Vorbereitung des Schlachtfelds) berichtet Seymour M. Hersh in der neusten Ausgabe des Magazins The New Yorker vom 30. Juni, dass die Bush-Regierung ihre geheimen Aktivitäten im Iran ausgeweitete habe. Diesem Bericht zufolge hat der Kongress Ende 2007 dafür bis zu 400 Millionen Dollar bewilligt.

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»Mekka Deutschland«

Islamophobie als Effekt der Spiegel-Berichterstattung - Eine Diskursfragmentenanalyse

Im März 2007 veröffentlichte die Redaktion der renommierten Wochenzeitschrift Der Spiegel unter der Leitung von Stefan Aust eine Ausgabe ihrer Zeitschrift unter dem Titel »Mekka Deutschland. Die stille Islamisierung«. Das Titelbild wurde in der bundesdeutschen Presselandschaft kritisch aufgenommen.

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Das Gewalt- und Konfliktbild des Islams bei ARD und ZDF

Eine Untersuchung öffentlich-rechtlicher Magazin- und Talksendungen

Das Islambild deutscher Medien ist seit mehr als einem Jahrzehnt Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Der Islam hat sich dabei als eine Thematik erwiesen, über die erheblich negativer und konfliktorientierter berichtet wird als über die meisten anderen Themen. Ausgelöst durch die Islamische Revolution in Iran in den Jahren 1978/79, den Aufstieg des politischen Fundamentalismus und massiv verstärkt durch die Attentate des 11. September 2001 hat sich in vielen großen deutschen Medien eine Berichterstattungskultur etabliert, die die durchaus komplexe Lebensrealität von weltweit etwa 1,2 Mrd. Muslimen – der zweitgrößten Religionsgemeinschaft der Welt - in hohem Maße mit Gewalt- und Konfliktthemen wie dem internationalen Terrorismus in Verbindung bringt. Da die meisten Deutschen keinen direkten Kontakt zu Muslimen oder zur islamischen Welt, also vor allem zu den Staaten von Nordafrika bis nach Südostasien, pflegen, wird ihr Islambild nachhaltig von den Massenmedien geprägt. Die demoskopische Lage des letzten Jahrzehnts zeigt denn auch einen Trend auf, wonach ein Großteil der deutschen Bürger Angst vor dem Islam hat. Dies wiederum begünstigt ein konfliktorientiertes Gesellschaftsklima, in dem der Islam vor allem als ein Quell steter Probleme und Gefahren in der Außen- und Innenpolitik betrachtet wird.2 Für die Aufrechterhaltung des Gesellschaftsfriedens ist also die Reflexion und Diskussion des Islambildes der Medien eine wichtige Voraussetzung.

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